Mietfrei heißt nicht kostenfrei / Beim Immobilienkauf müssen Folgekosten einkalkuliert werden
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Wirtschaft | 2012-02-22 12:08:43

Mietfrei heißt nicht kostenfrei / Beim Immobilienkauf müssen Folgekosten einkalkuliert werden

München (ots) - Endlich keine Miete mehr zahlen: Das ist für viele
ein Hauptargument für einen Haus- oder Wohnungskauf. Doch auch
Immobilienbesitzer müssen neben den Zins- und Tilgungskosten
regelmäßig diverse monatliche Ausgaben stemmen. Mieter, die zu
Eigenheimbesitzern werden, sind sich darüber oft nicht im Klaren. Der
Immobiliendienstleister PlanetHome sagt, welche Kosten einkalkuliert
werden müssen.

Grundsteuer

Die Grundsteuer wird von den Städten und Gemeinden erhoben. Für
wohnlich genutzte Fläche ist die "Grundsteuer B" relevant. Dabei
ermittelt das Finanzamt zunächst den Einheitswert. Dieser wird
aufgrund von Daten festgelegt, die der Eigentümer in einem Fragebogen
zu seinem Objekt angibt. "Der Einheitswert wird mit einem steuerlich
festgesetzten Promillesatz, der sogenannten Steuermesszahl,
malgenommen. Das ergibt dann den Grundsteuermessbetrag", erklärt
Robert Anzenberger, Vorstand der PlanetHome AG. Die jeweilige Stadt
beziehungsweise Gemeinde, in der das Grundstück liegt, multipliziert
den Grundsteuermessbetrag mit einem prozentualen Vervielfältiger, dem
Hebesatz. Daraus bestimmt sich dann die Grundsteuer, die von Ort zu
Ort unterschiedlich hoch ausfällt. Der Grund: Der Hebesatz wird von
den Städten und Gemeinden selbst festgesetzt. Wer zum Beispiel in
Hamburg wohnt, zahlt aktuell einen Hebesatz von 540% für die
Grundsteuer B, in München 535%. Seevetal hingegen, ein Vorort der
Hansestadt, berechnet derzeit 330% und Kirchheim bei München 280%.
Anzenberger rechnet ein Beispiel vor: "Für Eigentumswohnungen beträgt
die Steuermesszahl in den alten Bundesländern 3,5 Promille. Eine
Wohnung mit einem Einheitswert von 50.000 Euro kostet demnach in
Hamburg jährlich 945 Euro Grundsteuer, in München 935,25 Euro, in
Seevetal 577,50 Euro und in Kirchheim 490 Euro."

Kanal- und Abfallentsorgungsgebühren/Straßenreinigung

Kanal- oder Abwassergebühren berechnen sich nach Kubikmeter.
Mancherorts wird der Beitrag geteilt in Schmutzwasser- und
Niederschlagsgebühr. Es kann auch ein Kanalbaubeitrag hinzukommen. Im
Durchschnitt kostet der Kubikmeter Abwasser in Deutschland rund 2,40
Euro, kann aber je nach Wohnort stark variieren. Auch die Kosten für
Müllentsorgung sind von Ort zu Ort unterschiedlich. Die Stadt
Konstanz zum Beispiel richtet die Höhe der Kosten an der Anzahl der
im Haushalt lebenden Personen aus. Viele andere Städte und Gemeinden
bemessen ihre Gebühren an der Tonnengröße und dem Leerungszeitraum.
In Offenbach wird die Leerung billiger, wenn man die Tonne selbst auf
die Straße zurück stellt. So kostet dort die 14-tägige Leerung einer
120 l-Tonne mit diesem sogenannten "Teilservice" jährlich 152,40
Euro. Im "Vollservice" - wenn die Behälter vom Standplatz geholt und
wieder zurück gestellt werden - 165,72 Euro. Stuttgart, das die
Gebühren Anfang des Jahres gesenkt hat, bietet nur Vollservice an.
Hier zahlen Eigentümer rund 24 % mehr als in Offenbach. Geprüft
werden muss darüber hinaus, ob an dem jeweiligen Wohnort
Straßenreinigungsgebühren anfallen. Mancherorts kehren die Eigentümer
selber, in anderen fallen sie nur für Eigentümer an, deren Grundstück
direkt an die Straße grenzt.

Trinkwasser, Strom und Heizung

Der Frischwasserverbrauch errechnet sich laut PlanetHome aus einem
Kubikmeter-Preis und einer Grundgebühr. Wie Abwasser und
Müllentsorgung differieren hier die Preise je nach Wohnort stark.
Laut Statistischem Bundesamt zahlt ein Modellhaushalt für 80
Kubikmeter Trinkwasser im Jahr rund 200 Euro. Die Höhe der
Strompreise hängen vom Stromanbieter, dem Verbrauch der einzelnen
Geräte und vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Der Bundesverband
der Energie- und Wasserwirtschaft errechnete für das vergangene Jahr
für einen dreiköpfigen Musterhaushalt einen durchschnittlichen
Stromverbrauch von rund 73 Euro im Monat. Auch die Heizkosten sind
von vielen Faktoren abhängig wie zum Beispiel der Anzahl der
Außenwände, der Raumhöhe oder der Bausubstanz. "Wenn man ein altes,
schlecht gedämmtes Haus besitzt, wenig isolierte Fenster hat oder
nicht richtig heizt, erhöht das natürlich die monatlichen Ausgaben",
sagt Anzenberger. Zudem sind noch die Wartung der Heizungsanlage
sowie die Arbeiten des Schornsteinfegers in der Kostenaufstellung zu
berücksichtigen.

Versicherungen und Rücklagenbildung

Auch Hausrat- und Wohngebäudeversicherung gehören zu den
regelmäßig anfallenden Kostenpunkten. Pauschale Aussagen über deren
Höhe lassen sich laut PlanetHome nur schwer treffen. Je nach
Objektart, Standort, Versicherungsanbieter und Versicherungspaket
errechnen sich unterschiedliche Preise. Weil bei jeder Immobilie
früher oder später Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten
anfallen, sollten Eigentümer dafür monatlich einen gewissen Betrag
zurücklegen. Wer ein Haus besitzt, bestimmt die Höhe hierfür selbst.
Ein Prozent des Hauswertes im Jahr gilt als gängige Empfehlung. Wer
eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus besitzt, zahlt an
Rücklagen das, was die die Eigentümerversammlung per
Mehrheitsbeschluss festlegt.

"Die monatlichen Kosten für das Eigenheim richten sich letztlich
nach mehreren Faktoren", fasst Anzenberger zusammen. "Der Wohnort
bestimmt die Höhe der Grundsteuer, sowie für Müllentsorgung und
Wasser. Die Objektart spielt ebenfalls eine Rolle. Bei einer
Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus fallen unter anderem
Kosten für die Hausverwaltung an. Und natürlich bestimmt auch das
persönliche Verhalten eine Rolle, vor allem bei Heiz- und
Stromkosten." Anzenbergers Tipp: sich schon vor dem Kauf so viel
Informationen wie möglich über die zu erwartende Kostenhöhe einholen
- am besten mithilfe eines professionellen Immobilienberaters.

Über PlanetHome:

Die PlanetHome AG ist einer der führenden Immobiliendienstleister
mit den Kernbereichen Vermittlung und Finanzierung von
Wohnimmobilien. Das Unternehmen beschäftigt über 500 Mitarbeiter und
gehört zu den 100 besten Arbeitgebern im deutschen Mittelstand. In
der Immobilienvermittlung ist PlanetHome mit über 80 Büros in
Deutschland und Österreich repräsentiert. Jährlich vermittelt der
Immobiliendienstleister etwa 5.500 Objekte. Dabei setzt das
Unternehmen auf die Kooperation mit renommierten Großbanken und
modernste Technologie, um Verkäufer und Käufer zielgerecht
zusammenzuführen. Der durch PlanetHome angebotene Service reicht von
der Wertermittlung über die fundierte Beratung und die Vermarktung
der Immobilie bis hin zur Vorbereitung des Kaufvertrags und der
Begleitung zum Notar. Weiterführende Informationen unter
www.planethome.com.  
 
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